Projektblog

der UniverSaale Jena Freie Gesamtschule

„Diesseits vom Jenseits“ Projektwoche Ethik/ Religion

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Jahrgang 9, Stammgruppe VI, November 2013

Den Einstieg in die Woche bildete am Montag eine gemeinsame, symbolisch orientierte Erfahrung. In einem dunklen Raum lag ein schwarzes Tuch mit schwarzen Blättern darauf. Die  SchülerInnen wurden gebeten, diese mit ihren Assoziationen, Gedanken und Gefühlen zum Thema Tod und Sterben zu beschreiben.

Projekt "Diesseits vom Jenseits"

Projekt „Diesseits vom Jenseits“

Nach einer kurzen Textlesung tauschten sie sich in  kleinen Gruppen darüber aus. Die SchülerInnen stellten sich zudem gegenseitig Popsongs vor, die sie zum Thema gesucht und mitgebracht hatten. Diese begleiteten uns über die gesamte Woche und dienten jeweils als Einstieg in den Tag. Diese erste, an künstlerischen Werken zum Thema orientierte,  Annährung wurde ergänzt durch die Vorstellung der Assemblage „Mengele Totentanz“ von Jean Tinguely, die den SchülerInnen zur Anregung für geplante eigene kunstpraktische Auseinandersetzungen dienen sollte.

Den Dienstag gestalteten wir gemeinsam mit dem Hospizverein von Jena. Die Verantwortlichen,  Frau Weiland und die Praktikantin Ivonna, stellten die Arbeitsweise und Bedeutung von Hospiz und Palliativstation vor. Die Auseinandersetzung mit Sterbe- und Trauerphasen erfolgte anhand von „Gemälden des Herrn B.“ und dem Film einer 17jährigen, die eine krebserkrankte Frau im Rahmen der Hospizarbeit bis zum Tod begleitete.

Der Mittwoch war zum einen durch die intensive Auseinandersetzung mit theoretischen Impulsen geprägt, die anhand von acht für die SchülerInnen frei wählbaren Stationen (vier davon sollten verpflichtend bearbeitet werden) zu den Themen Umgang mit Tod, Nahtodvorstellungen, Begräbnisrituale, Feiertage im November, Sterbehilfe, Nachtodvorstellungen und Auferstehungshoffnung, Tod in der Musik und Kunst, Psychologie des Todes die Breite des Themas auszuleuchten versuchte. Zum anderen wurden die SchülerInnen angeregt, eine eigene kunstpraktische Arbeit (Assemblage), welche für sie den Tod, den Umgang mit dem Tod oder ihre eigene Nachtodvorstellung symbolisiert, herzustellen. Dazu diente auch die im Vorfeld gegebene Hausaufgabe, ein Material mitzubringen und zu verbauen, welches individuelle Todesassoziationen weckt bzw. hervorruft.

 

Auf dem Nordfriedhof

Auf dem Nordfriedhof

Der Donnerstag begann mit einer Exkursion auf den Nordfriedhof. Die Führung durch Herrn Löschner, den Friedhofsverwalter, machte uns mit landesüblichen Bestattungsriten und -gesetzen  sowie den hiesigen Begräbnisfeierlichkeiten bekannt. Wieder in der Schule angekommen, arbeiteten die SchülerInnen weiter an den Stationen und stellten ihre Kunstwerke fertig. Kleine Pausen bildeten ironische Kurzfilme  von Knitzsche zu den Themen Sterben, Tod und dem Danach sowie informative Kurzfilme, welche die Vorstellungen zum Tod und dem Leben nach dem Tod in anderen Kulturen beleuchteten.

 

Tod und Kunst

Tod und Kunst

Die SchülerInnen hatten am Freitag noch etwas Zeit, um die Stationsarbeit für sich fertig zu stellen und einen kurzen Kommentar zu ihren Kunstwerken zu schreiben. Beendet wurde die theoretische Auseinandersetzung durch verschiedene Diskussionsrunden zu den Stationsthemen, in die sich die SchülerInnen einwählen konnten. Außerdem stellten sie sich in einer internen Vernissage ihre Kunstwerke anhand ihrer Beschreibungen gegenseitig vor. Den Abschluss bildete die Reflexion zum Thema auf der Metaebene mit der Frage, was die Schüler durch das Thema Tod übers Leben gelernt haben. Die Statements und Thesen wurden – kontrastiv zur ersten Aufgabe der Woche – auf bunte Blätter geschrieben.

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